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ProWein 2018 Hallenplan (Halle 16): Stand J61

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ProWein 2018 Geländeplan: Halle 16

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Produktkategorie: Toscana

Ampeleia

Flüssige Seide aus der Maremma
Der im Schnee »geborene« Ampeleia ist eine heftige Umarmung des mediterranen Lebens. 

Alles begann im Schnee der italienischen Alpen – beim Schifahren. Abends in der Hütte philosophierten drei Freunde, die sich schon lange kannten und die Naturverbundenheit, Liebe zur mediterranen Kultur und Leidenschaft für das Ursprüngliche teilten, darüber, wie wohl ihr gemeinsames Idealbild eines Rotweines aussehen sollte: geschmeidig, elegant, fein und fließend wie Seide, dabei harmonisch, facettenreich und fruchtig, charmant, aber doch auch kräftig. Es wäre wahrscheinlich beim Philosophieren geblieben, wären die drei Freunde nicht die beiden Südtiroler Unternehmer, Tatmenschen und Weinliebhaber Thomas Widmann und Giovanni Podini sowie die Trentiner Winzerin Elisabetta Foradori gewesen. Die drei waren bald fest entschlossen, ihre Idee zu verwirklichen und den Wein, der zuerst im Kopf entstand, eines Tages zu produzieren.

„Bei mir kam als Motivation verstärkend hinzu, dass ich den Wunsch hatte, nach meinem 40. Geburtstag neben dem Teroldego noch etwas  Anderes zu machen“, erzählt uns Elisabetta. In den vergangenen 20 Jahren hatte sie praktisch im Alleingang die nur in ihrer Heimat, dem Trentino, wachsende Rebsorte Teroldego aus dem Halbdunkel der Geschichte geholt, deren Qualitätspotenzial erkannt, voll ausgeschöpft und in Form des „Granato“ ins Spitzenfeld der italienischen Rotweine geführt.

Der neue Wein sollte auch die Vielfalt der mediterranen Kultur und Landschaft zum Ausdruck bringen. Daher war von Anfang an klar, dass eine Rebsorte allein diesen Anspruch nicht würde erfüllen können. Um es vorwegzunehmen: Letztendlich wurden es sieben.

Landschaft mit Geschichte & Kultur

Nachdem die Vision immer klarer wurde und deutliche Züge annahm, suchten die drei Partner nach dem bestgeeigneten Ort zur Verwirklichung ihres Zieles. „Das Unternehmen gestaltete sich schwierig, wir hatten uns bereits viele Plätze in Italien angesehen und wollten fast schon aufgeben, als wir 2002 das hier fanden“, sagt Elisabetta und weist mit den Armen auf die Hügel rund um das schließlich „Ampeleia“ genannte neue Weingut (nach griechisch „ampelos“ = Rebstock).

Der Platz liegt einige Kilometer nördlich von Grossetto im Landesinneren, in Sichtweite des Bergdorfes Roccatederighi. Dieser wilde Teil der zur Toskana gehörenden Maremma entspricht so gar nicht dem gängigen Toskanabild mit sanften Hügeln, Säulenzypressen, Kulturmetropolen und Renaissance-Palästen. Vom Tourismus nahezu unberührt liegt die, einen rauen, aber unwiderstehlichen Charme ausstrahlende Hügellandschaft einfach da – unaufgeregt, dennoch spektakulär.

Schier endlose Kastanien- und Eichenwälder, unterbrochen von kleinen Olivenhainen, Wein- und Obstgärten prägen diese, von würzigen Düften durchwehte mediterrane Kulturlandschaft. Nur wenige Straßen und Wege führen durch das undurchdringlich scheinende, immergrüne Buschwerk der Macchia – ein Paradies für Wildschweine – zu verborgenen, im Hinterland liegenden Bauernhöfen und zu Bergdörfern hinauf, die wie Schwalbennester auf den felsigen Hügelkuppen kleben. Von dort oben zeigt sich die pittoreske, zum nur 30 Kilometer entfernt liegenden Meer hin sanft abfallende Landschaft in ihrer vollen Pracht.

Die küstennahe Region gilt als historischer Handelsplatz und Einflussbereich verschiedener mediterraner Kulturen: Die Toskana, Sardinien und Südfrankreich haben im Lauf der Jahrhunderte ihre Spuren hinterlassen. Auch diese Geschichte sollte sich im neuen Wein wiederfinden.

Foradori, Widmann und Podini waren begeistert von der Vielfalt der Böden und der Natur in der verschiedenen Höhenlagen, erkannten das phänomenale Potenzial für den Weinbau und beschlossen zu bleiben.

Die Winzerin stellte ein junges Team zusammen, dem sie volles Vertrauen schenkt und dem sie heute das Tagesgeschäft überlässt, nachdem sie vor allem am Anfang des Projekts viel Zeit, Ideen und unverzichtbares Know-how investiert hatte. Doch nach wie vor ist sie unverzichtbarer Spiritus Rector von Ampeleia, die leitende, treibende Kraft.

Das Weingut selbst ist weder ein atemberaubender futuristischer Neubau aus Beton und Glas noch eine protzige Villa Rustica, sondern ein für die Bautradition dieses Landstriches typisches, sanft in die Landschaft eingefügtes kleines „Podere”, ein landwirtschaftliches Gut, das man den Vorbesitzern – Weinbauern und Viehzüchtern – abgekauft und umstrukturiert hat.

Zu den ebenfalls von den Vorgängern übernommenen 15 Hektar Weinbaufläche kamen nach gründlichem Studium der Bodenprofile und der mikroklimatischen Gegebenheiten insgesamt 35 Hektar hinzu, die nach und nach vollständig neu bepflanzt wurden. Heute werden auf 54 verschiedenen, weit im Umkreis verstreuten Parzellen mit insgesamt sechs verschiedenen Bodenarten sechs verschiedene Rebsorten für den Ampeleia kultiviert.

Sechs Rebsorten

Den Hauptanteil machen Sangiovese mit rund 20 % und Cabernet Franc mit etwa 50 % aus. Sangiovese, die toskanische Rebe par excellence, gibt dem Ampeleia seine Standfestigkeit. Leichten Fußes kommt der Cabernet Franc hinzu, der in der Maremma bis dato nicht verbreitet war. Und doch ist er weit gereist, kam in römischer Zeit aus dem Kaukasus über Albanien nach Venetien, wo er bis heute kultiviert wird. Frucht, Würze, Eleganz und Körper sind die Charakteristiken, die der Cabernet in den Ampeleia einbringt.

Fünf weitere, ausgesprochen mediterrane Rebsorten tragen mit ihren Eigenschaften zum Charakter des Ampeleia bei. Sie festigen die Statur des Weines und beleben die Fruchtaromen, wie der im nahen Sardinien Cannonau genannte Grenache mit seinen Himbeer- und Minzenoten. Oder der an Gewürze wie Lorbeer erinnernde Mourvèdre, der zudem einen gewissen animalischen Charme ausstrahlt.

Der farbintensive Alicante verstärkt das tiefe und kräftig funkelnde Dunkelrot des Ampeleia. Komplettiert wird das Sortenspektrum von Carignano. Foradori: „Wir haben uns bei der Suche nach dem richtigen Standort und den geeigneten Rebsorten natürlich viele Gedanken gemacht, aber auch auf Gefühl und Intuition verlassen, die ihrerseits wieder auf lange Erfahrung aufbauen. Und wir lernen jedes Jahr viel dazu.“ Die sechs Sorten spiegeln nicht nur das intellektuell-philosophische Konzept von Ampeleia, die Geschichte und Kultur der Region wider, sondern „... sie ergeben auch eine phantastische önologische Synergie, denn das Ganze ist mehr als die Summe der Teile“, sagt der aus Caldaro/ Kaltern in Südtirol stammende junge Kellermeister Marco Tait, der früher unter anderem auf Foradoris Weingut in Mezzolombardo arbeitete.

Drei Höhenniveaus

Nun wurden die sieben natürlich nicht einfach irgendwohin gepflanzt, sondern nach einem ausgetüftelten Konzept. Das Ampeleia-Team legte insgesamt 54 einzelne, kleine Weingärten in drei verschiedenen Höhenniveaus an: Jede Rebsorte wurde entsprechend den klimatischen und geologischen Gegebenheiten dorthin gesetzt, wo sie ihrer Natur nach am besten gedeiht.

Man setzte die Rebstöcke extrem eng – 7.000 bis 8.000 Rebstöcke pro Hektar –, um ihre Konkurrenz um Nährstoffe und damit die Qualität der Trauben zu fördern. „Außerdem selektionieren wir streng und beschränken die Erntemenge auf nur etwa 700 bis 800 Gramm pro Stock“, erklärt Marco Tait beim Rundgang durch die Weingärten.

Ganz oben, auf einer Höhe von 450 bis 600 Metern, liegen die Parzellen des insgesamt 20 Hektar umfassenden Anbaugebiets Ampeleia di Sopra, wo vorwiegend Cabernet Franc steht. Der Temperaturunterschied zwischen warmen Tagen und kühlen Nächten vertieft und verfeinert die Aromen der Trauben, das vulkanische Gestein bringt Mineralität, Feinheit und Länge am Gaumen. Filetstück von Ampeleia di Sopra ist die Lage „Bella Vista“ – Nomen est Omen! – direkt oberhalb von Roccatederighi. Der nahe Kastanien- und Eichenwald und die bis hierher reichende Meeresbrise, welche die Trauben stets gut trocknet und damit vor Fäulnis bewahrt, schaffen ein günstiges Mikroklima.

Die insgesamt 15 Hektar umfassenden Weingärten des auf einer mittleren Höhe zwischen 280 und 350 Metern liegenden Anbaugebietes Ampeleia di Mezzo sind vorwiegend mit Sangiovese, weiters mit Carignano, Grenache, Alicante und Mourvèdre bestockt. Kellermeister Tait zitiert ein nur auf Englisch funktionierendes Wortspiel: „Mourvèdre should see the sea.“ Sinngemäß: Mourvèdre gedeiht am besten in Sichtweite des Meeres.

Der schönste Platz dieser mittleren Lagen ist Sassoforte, mit wasserdurchlässigen, steinigen, roten Tonböden, umgeben und geschützt von Korkeichen, Olivenbäumen, Felsen und Macchia. „Diesem Terroir verdankt der Ampeleia Feinheit und Eleganz“, so Marco Tait. Auf etwa 200 Meter Seehöhe schließlich finden wir die am tiefsten gelegenen Weingärten Ampeleias, Ampeleia di Sotto, mit zusammen 15 Hektar. Schwere Tonböden, durchsetzt mit Fossilien und Kalk, um einige Grad höhere Temperaturen als in den hohen und mittleren Lagen von Sopra und Mezzo: Die Parzellen von Sotto sind ideal für die mediterranen Sorten Grenache, Alicante und Mourvèdre.

54 einzelne Parzellen

Marco Tait war von Anfang an dabei, kennt alle 54 Parzellen des Weingutes, deren Eigenheiten und Entwicklung genau: „Ich bin mit den Weingärten mitgewachsen. Je besser ich sie kenne, umso besser kann ich im Keller arbeiten.“ Jede Parzelle wird separat händisch am Höhepunkt der Reife gelesen. Angesichts der Vielfalt wundert es nicht, dass sich die Ernte über eineinhalb Monate erstreckt: vom Grenache Anfang September bis zum Cabernet Franc Mitte Oktober. Die Trauben werden dreimal selektioniert – Ausdünnen am Weinstock im Sommer, dann bei der Lese selbst und schließlich noch einmal auf dem Weingut.

Das gekühlt in den Keller transportierte, perfekte Lesegut wird, je nach Rebsorte, entweder in Betontanks oder hölzernen Gärbehältern, kleinere Mengen in Stahltanks vergoren. Der Kellermeister muss 40 bis 50 einzelne Gärchargen gleichzeitig unter Kontrolle behalten. Die sieben Grundweine werden zunächst jeder für sich bereitet, dann zweimal assembliert, zuerst im Mai, dann noch einmal im Dezember. Der cuvéetierte Ampeleia reift dann etwa 16 Monate in leicht getoasteten französischen Barriques (ein Drittel neues Holz), weitere zwölf Monate in der Flasche.

Aus all dem ergibt sich: Der Ampeleia ist nicht typisch für die herkömmlichen, häufig bestensfalls mittelprächtigen Weine der Maremma. Er ist vielmehr eine elegant-fruchtige Interpretation der neuen, der anderen Maremma.

Der 2005-er Jahrgang wurde im Gambero mit zwei Gläsern, im L'Espesso mit vier Flaschen, im Veronelli mit drei Sternen geehrt.

Der auf dem Weingut produzierte Zweitwein Kepos (griech. „Garten“) aus den vier mediterranen Sorten Grenache, Mourvèdre, Carignano und Alicante verbringt zwölf Monate in Betontanks und Barriques, zwei Monate in der Flasche. Er ähnelt im Stil dem großen Bruder Ampeleia, ist jedoch etwas einfacher, deutlich preisgünstiger und sollte jung getrunken werden.

Weniger ist mehr

Elisabetta Foradori legt großen Wert darauf, dass der Wein von Ampeleia das Produkt des ganzen Teams ist – das Gruppenfoto oben geht auf ihre Anregung zurück. Sie selbst und der ebenfalls noch junge Marco Tait: Sie alle sind geradlinige, unkomplizierte Menschen, die genau wissen, wovon sie reden, die meinen, was sie sagen und die tun, was sie im Sinn des Projekts für richtig halten.

In dieses Bild passt, dass alles hier auf Ampeleia auf das Wesentliche beschränkt, nein: konzentriert ist. Beim Besuch auf dem Weingut kommt einem das bekannte „Weniger ist mehr“ aus Lessings Emilia Galotti unweigerlich in den Sinn. Auch im Gespräch mit Elisabetta fällt auf, dass sie gerne das Wort „essenziell“ verwendet – in Bezug auf die Menschen, die Landschaft, die Dörfer, die Kultur, die Reben.

Im Licht dieser Philosophie wurde der Ampeleia tatsächlich ein essenzieller Wein, und aus einer im Schnee der Alpen geborenen Idee wurde eine heftige Umarmung des mediterranen Lebens.

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Produktkategorie: Toscana

Altesino

Brunello: ein Wein, ein Mythos
Brunello di Montalcino ist einer der quintessenziellen Weine Italiens, ein großer Klassiker der Toskana. Und als solcher findet er unabhängig von Modeströmungen und Trends immer seine Liebhaber. 

Für die Produktion des Brunello („kleiner Brauner“ – wegen der Farbe der reifen Trauben) gelten strenge Vorschriften:

Er muss aus dem DOCG-Gebiet Montalcino um die gleichnamige toskanische Stadt kommen und zu 100% aus der Brunello-Traube, einer lokalen Spielart des Sangiovese, produziert werden. 

Der Wein darf frühestens 5 Jahre (!) nach der Ernte in den Handel kommen, muss zuvor mindestens 2 Jahre in Eichenfässern und 4 Monate in der Flasche reifen.

Um Spitzenergebnisse zu erbringen, braucht die spät reifende, anspruchsvoll zu bearbeitende Rebsorte viel Sorgfalt, eine strenge Hand und eine starke Ertragsreduktion. Gut bearbeitet zeigt der Brunello dann starke, aromatische Düfte nach Wald, Unterholz, Veilchen, Iris und Vanille, eine relativ schlanke Frucht und eine frische Säure. Er schmeckt angenehm herb, warm, tanninbetont, robust und harmonisch, mit großer Länge im Abgang. Und: Er kann sehr, sehr, sehr lange lagern.

Die hohe Qualität, der Mythos einer Wein-Legende, die lange Reife- und Wartezeit bis zum Verkauf, die weltweit starke Nachfrage und das begrenzte Angebot: All dies erklärt den Preis des Brunello di Montalcino. 


Claudio Basla und der Montosoli 

Das auf einem sanften Hügel in der Nähe von Montalcino thronende, von Zypressen umgebene Weingut Altesino im historischen Palazzo Altesi nahm bei den großen strukturellen Neuerungen, die der Brunello in den vergangenen 40 Jahren erfuhr, stets eine Vorreiterrolle ein.

In den 1970er-Jahren brachte Altesino den Barrique-Ausbau nach französischem Vorbild erstmals in die Region, machte den vormals harschen Brunello elegant und leichter trinkbar, etablierte den ersten Lagenwein des Montalcino-Gebiets, sozusagen einen „Brunello-Cru“: Seither werden die Trauben aus der 5 Hektar großen Lage „Montosoli“, eines kleinklimatisch und geologisch begünstigten Weinbergs, in sehr guten Jahren getrennt vinifiziert und ergeben einen besonders komplexen und eleganten Brunello. 

All diese Pionierleistungen Altesinos sind untrennbar mit Claudio Basla verbunden. Er kam als junger Mann 1972 zu Altesino, hatte keine Erfahrung in der Weinbranche, lernte aber sehr schnell und machte das 40 Hektar große Weingut im Lauf der Jahre zu dem, was es heute ist. 2002 verkaufte er Altesino an Elisabetta Gnudi Angelini, eine Pharma- und Kosmetikunternehmerin aus Rom. Sie war so klug, das operative Geschäft in den bewährten Händen von Basla zu belassen.

Zwischenzeitlich erfolgte bei Altesino ein Generationswechsel, so hat Claudio Basla die Weingutsleitung 2012 in die Hände von Guido Orzalesi gelegt. Für die unverändert hohe Qualität der Altesino-Weine sorgt Önologe Paolo Caciorgna. 

Altesino produziert einen klassischen Brunello, einen einfacheren Rossi di Montalcino sowie – in guten Jahren – den erwähnten Lagen-Brunello Montosoli. „Das ist ein Wein, der dich nie enttäuscht“, sagt Claudio Basla. 

Der Montosoli-Weingarten war von ihm 1973 ausgepflanzt worden. Es zeigte sich bald, dass der Ziehvater des Montosoli dabei eine sehr glückliche Hand bewiesen hatte: Der von Basla ausgewählte Brunello-Klon gedeiht auf dem „Galestro“ genannten, aus Schiefer, Kalk, Mergel und Ton bestehenden krümeligen Boden prächtig.

Dazu kommt: Der nach Nordwesten (!) ausgerichtete Montosoli-Weinberg fängt die Sonne tagsüber wie ein Solar-Paneel ein, kühlt aber aufgrund seiner Ausrichtung nachts deutlich ab. Außerdem unterstützt eine sanfte Brise an den Sommerabenden den Reifeprozess der Trauben. Ergebnis ist ein Wein mit schlanker, stahliger Frucht, starken aromatischen Düften und frischer Säure. 

Claudio Basla: „Es ist nicht ein einzelner Faktor, sondern die perfekte Balance aus Exposition, Mikroklima, Boden und dem gepfl anzten Brunello-Klon, die diesen Weinberg so außergewöhnlich macht. Der Montosoli liefert auch in klimatisch weniger guten Jahren sehr gute Trauben. Aber in guten Jahren sind sie außergewöhnlich.“

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Produktkategorie: Neusiedlersee

Heike & Gernot Heinrich

Gernot und Heike Heinrich. Von der Biodynamik über den Alten Berg zur „Freyheit“
„Nicht auf andere schauen, die Nerven bewahren ...“ – steht auf einer kleinen, verwitterten Holztafel, die unscheinbar neben dem Eingang des Weinguts von Gernot und Heike Heinrich an der Hauswand lehnt.
„Nicht auf andere schauen“: Das haben die Heinrichs schon immer gemacht. Anfang der 1990er-Jahre war es ihr privates Wohnhaus in Gols am Neusiedler See – ein schlichter, weißer Kubus im Adolf Loos-Stil –, das aufgrund seiner Andersartigkeit Unwillen erregte: Der Baubehörde war das Haus zu „eckig“ und nicht zum ortsüblichen Baustil passend.

Mitte der 1990er-Jahre gehörte das Winzerehepaar – noch vor dem in Ostösterreich einsetzenden Architekten-Weinkeller-Boom – zu den ersten, die einen großen, modernen Keller bauten. Zehn Jahre später waren sie unter den ersten „etablierten“ Qualitätswinzern des Landes, die auf Biodynamik umstiegen. Damals zählten preisgekrönte Heinrich-Weine wie Pannobile, Gabarinza und Salzberg bereits zu den Klassikern des modernen österreichischen Rotweins.

2007 fand man Gernot und Heike abermals unter den ersten Top-Winzern, die das Potenzial des Leithagebirges erkannten, des östlichsten Ausläufers der Alpen mit seinen mineralischen Kalk- und Schieferböden. Heute bewirtschaften die Heinrichs auf der Westseite des Neusiedler Sees bereits rund 50 ha, etwa die Hälfte (!) ihrer gesamten Rebfläche. Die andere Hälfte liegt rund um Gols, auf der Nordostseite des Sees.

Vision: „Grand Cru“ Alter Berg
Herzstück des Leithaberg-Projekts der Heinrichs ist der „Alte Berg“. Dieser sanft nach Südosten abfallende Rebgarten ist von der Natur begünstigt: Die hohe Lage (bis 280 m) und die Nähe von Wäldern sorgen für ein relativ kühles Mikroklima. Niederschlag und Feuchtigkeit sind ausreichend, der mineralreiche, vorwiegend aus Kalk und verwittertem Kalksandstein bestehende Boden bietet beste Voraussetzungen für Blaufränkisch – die österreichische Qualitätsrotweinsorte schlechthin. 

Während einige der Weinberge am Leithaberg bereits in vollem Ertrag stehen, werden andere, vor kurzem erworbene, behutsam und landschaftsschonend neu angelegt und bepflanzt – vor allem mit Blaufränkisch, an passender Stelle auch mit Weißburgunder oder Chardonnay. 

„Die Böden hier sind zum Großteil seit vielen Jahren brach gelegen und somit vor Chemie verschont geblieben. Ideal für den biodynamischen Weinbau“, sagt Gernot Heinrich. Hier warten die spannenden Herausforderungen der Zukunft auf ihn. Auch wenn das Projekt auf Jahrzehnte angelegt und vieles noch im Auf- und Umbau ist: In seinen Gedanken nistet bereits die Vision eines ganz besonderen Weines – eines Blaufränkisch „Grand Cru“ Alter Berg.

Der Stil: purer, lebendiger, spannender
Die Biodynamik und die Lagen am Leithagebirge haben den Stil der Heinrich-Weine insgesamt beeinflusst. Er hat sich behutsam, aber spürbar weiterentwickelt, am deutlichsten erkennbar eben an den spannenden Leithaberg- und den neuen „Freyheit-Weinen“.

Die Rebgärten auf der Westseite des Neusiedler Sees liefern nicht nur lagenreine Weine, sondern kommen auch anderen Weinen Heinrichs zugute, weil sie auch Trauben für Klassiker wie Blaufränkisch, Zweigelt und Pannobile liefern und damit deren Stil beeinflussen. 
Gernot: „Wir haben jetzt die Möglichkeit, den eher reifen, vollen Charakter der von sandig-lehmigen Sedimenten geprägten Golser Lagen mit den kühl-mineralischen Eigenschaften der kalk- und schieferreichen Böden des Leithagebirges zu vereinen.“
Er lässt die Weine nun auch länger im Keller liegen als früher, damit sie an Charakter gewinnen: „Wir gönnen ihnen viel Zeit zum Reifen. Jene Zeit, die heute kaum noch jemand hat, weil sie sich kaum noch jemand nimmt.“ 

Insgesamt sind Heinrichs Weine in den letzten Jahren authentischer, frischer, feiner, lebendiger, straffer, spannender, klarer, puristischer und noch anspruchsvoller geworden, haben mehr „Zug“ und Charaktertiefe bekommen. Es gibt kein neues, schmeckbares Holz, der Alkoholgehalt ist moderat. Und: Die Weine haben eine ungemeine Präzision und eine gewisse Salzigkeit.

Freyheit für den Wein!
Einen Schritt über die Biodynamik hinaus gegangen sind Gernot und Heike nun mit ihren neuen Weinen der Serie „Freyheit“. Ob man diese nun Naturweine nennt (ein Begriff, der gemäß österreichischer Gesetzeslage ausdrücklich verwendet werden darf) – oder Orange-, Amber-, Natural- bzw. Raw-Wines: Die „Freyheit-Weine“ liegen lange auf der Maische bzw. sind überhaupt maischevergoren, reifen längere Zeit (bis 20 Monate) auf der Hefe in großen (bis 2.600 l) ungetoasteten, ovalen Eichenfässern, sind nicht bzw. minimal geschwefelt, bleiben ungefiltert. So trüb, dass der Winzer – nur halb im Scherz – empfiehlt: „Vor Genuss schütteln!“

Mit dem bewusst in altmodischer Weise mit „y“ geschriebenen „Freyheit“ wollen die Heinrichs klar machen, dass es sich um Weine handelt, die altmodisch, also traditionell und natürlich produziert sind. Und: dass diese Weine „frey“ sein wollen von Regeln und Zwängen sowie von Zusätzen und Eingriffen im Keller, „frey“ und offen für Neues, Ungewöhnliches.
Gernot: „Freyheit bedeutet aber auch, dass wir uns persönlich frei und ungebunden fühlen bei der Weinproduktion. Frei, Dinge zu tun, die wir für gut halten – etwa lange Maischestandzeiten oder Verzicht auf Filtration der Weine.“

Neue Geschmackserlebnisse zulassen
Wie reagieren die Kunden auf all diese Entwicklungen? Die allgemeine Präzisierung und Purifizierung der Heinrich-Weine werden gut aufgenommen. Doch Gernot und Heike wissen, dass sie sich vor allem mit den anspruchsvollen „Freyheit-Weinen“ in einer Randzone bewegen, und dass dies erklärungsbedürftige Weine sind, weshalb Sommeliers, Gastronomen und Fachhändlern eine wichtige Rolle zukommt. 
Und dass der fordernde Stil für so manche eingeschworene Fans des „alten“ Pannobile, Gabarinza und Salzberg (noch) gewöhnungsbedürftig ist. Gernot: „Es kommt auch darauf an, ob man bereit ist, neue Geschmackserlebnisse zuzulassen.“

Heike ergänzt: „Vor allem aufgeschlossene Weintrinker und Sommeliers sind von der „Freyheit“ ganz angetan, schätzen deren geschmackliche Vielfalt und Bekömmlichkeit. Solche Weine sind auch keine Frage von jung oder alt, sondern eine Frage, ob man offen ist für Neues und Unkonventionelles.“ 
Was stand doch auf der verwitterten Holztafel vor dem Weingut der Heinrichs? „Nicht auf andere schauen, die Nerven bewahren ...“

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Smart Wines
ist eine zeitgemäß ausgerichtete Weinhandelsagentur mit Sitz in Köln. Wir verstehen uns als Bindeglied zwischen renommierten Spitzenweingütern aus verschiedenen Ländern einerseits und dem Fachhandel und der gehobenen Gastronomie in Deutschland und Österreich andererseits.

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Durch laufenden, direkten und persönlichen Kontakt unserer Mitarbeiter mit den Winzern bieten wir Ihnen wichtige Informationen aus erster Hand. Die ständige Beobachtung des Marktes – auf Seite der Produzenten und der Gastronomie – ermöglicht uns das frühzeitige Erkennen von Trends und deren Vermittlung an Sie.

Unsere lange Erfahrung und umfassenden Kenntnisse über die Besonderheiten der jeweiligen Erzeugerländer bieten die wertvolle Grundlage für Ihre Verkaufsargumentation. Durch Preisempfehlungen für unsere Vertriebspartner und Beobachtung des Preisgefüges auf dem Markt tragen wir zu einer vernünftigen und für alle Beteiligten ›gesunden‹ Preisentwicklung bei.

Wir fördern Kontakte zwischen Anbietern und Interessenten aus dem Handel.

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Diese Arbeit wurde von vielen deutschen Fachhändlern bald sehr geschätzt und gab Per Soehlke die Möglichkeit, das Portfolio der von Smart Wines vertretenen Weingüter zu erweitern und als Agentur zu wachsen.

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Zum Team um Per Soehlke gehören derzeit sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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