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16/01/2026

STEITZ BIO

Steitz Herkunft - Kollektion 2024

Präzision aus der Herausforderung

 

Ein kühler Sommer, ein dramatischer Frost im April und eine der kleinsten Ernten der letzten Jahre – der Jahrgang 2024 erforderte Entscheidungen, Geduld und kompromisslose Präzision. Wer diese Weine probiert, erlebt keinen lauten Jahrgang, sondern einen, der von Spannung, Druck und Tiefe erzählt. Es sind Weine, die nicht gefallen wollen, sondern ihre Herkunft offenbaren. Genau darin liegt ihre Größe.

 

Ein Jahr gegen den Strom und die Rückkehr der Zeit

 

Der Jahrgang 2024 zählt zu den anspruchsvollsten der vergangenen Dekade. Ein insgesamt kühles und feuchtes Vegetationsjahr führte zu moderaten Mostgewichten bei gleichzeitig hohen Säurewerten – ideale Voraussetzungen für langlebige, spannungsreiche Weine. Um der erhöhten Feuchtigkeit entgegenzuwirken und eine möglichst lange Stockreife zu ermöglichen, wurden alle Weinberge im August nochmals konsequent per Hand entlaubt. Die Frostnächte am 21. und 22. April 2024 vernichteten über die Hälfte der potenziellen Ernte. Die verbleibenden Trauben verlangten höchste Aufmerksamkeit – sowohl im Weinberg als auch im Keller.

 

Warum Kälte, Frost und die Korbpresse Weine von besonderer Tiefe hervorbringen

 

Im Sommer 2024 ergab sich die Gelegenheit, eine Korbpresse vom Weingut Ökonomierat Rebholz, Finns ehemaligen Ausbildungsbetrieb, zu erwerben. Ein doppelter Glücksfall: Finn konnte bereits im Herbst 2023 intensiv mit der Korbpresse arbeiten und wertvolle Erfahrungen sammeln – ein prägendes letztes Lehrjahr. Diese Erfahrungen bildeten die Basis, wurden jedoch im Herbst 2024 nochmals verfeinert und gezielt auf das Verhalten unserer Cool-Climate-Weine und unseres Terroirs abgestimmt. Die Entscheidung für die Korbpresse ist bewusst eine Entscheidung für Zeit, Handarbeit und maximale Kontrolle.

 

Warum Korbpresse? Weniger Technik, mehr Gefühl

 

Die Korbpresse ermöglicht eine statische, besonders schonende Pressung ohne mechanisches Zerreißen der Beeren. Trotz eines hohen Pressdrucks von bis zu 6 bar entstehen sehr präzise, druckvolle Gerbstoffe. Der Prozess ist zeitintensiv, erfordert manuelles Zerbrechen und Geduld, wird jedoch mit außergewöhnlicher Klarheit und Struktur belohnt. Mehrere Vergleichspressungen mit der herkömmlichen Presse bestätigten den Eindruck: Die Weine zeigen mehr Druck am Gaumen, größere Tiefe und eine deutlich komplexere Textur. Für die Spitzenqualitäten ist dieser Weg konsequent und wird auch im Jahrgang 2025 fortgeführt.

 

„Mit der Korbpresse bekommen die Weine vor allem mehr Druck und Komplexität am Gaumen. Meine Erfahrungen aus Lehrzeit und Praktika bei Hans und Valentin Rebholz, Nico Brandner und Sebastian Fürst zeigen, dass jedes Detail zählt. Jedes für sich bringt nur eine kleine Verbesserung, aber die Summe dieser Details macht im besten Fall aus einem guten Wein einen großen.“

 

 

Die Kollektion 2024

 

„Grenzland“ – Wenn Grenzen fließen und Linien verschwimmen 

 

Die neue Cuvée Grenzland ist ein harmonisches Zusammenspiel: Weißburgunder aus alten Rebanlagen trifft auf Chardonnay von jüngeren Parzellen. Die Trauben werden an mehreren Tagen sorgfältig per Hand gelesen. Eine kurze Maischestandzeit und die behutsame Pressung mit der traditionellen Korbpresse legen den Grundstein für diesen Wein. Die spontane Vergärung erfolgt in mehrfach belegten Barriques, Tonneaux und Stückfässern, überwiegend mit mittlerer Toastung. Regelmäßige Batonnage verleiht dem Wein seine feine Cremigkeit. Etwa die Hälfte der Partien durchläuft zudem den biologischen Säureabbau.

 

Sensorisch entfaltet Grenzland eine kühle Spannung, gepaart mit feinem Druck und subtiler Cremigkeit. Er wirkt präzise, salzig und tiefgründig, ohne dabei schwer zu sein. So ist er ein wahrer Grenzgänger zwischen Klarheit und Komplexität.


Füllung: September 2025, Verkauf ab 1. Januar 2026

 

„Chardonnay Alte Reben“ – Konzentration von kargem Terroir

 

Die Basis dieses streng limitierten Weins bilden über 30 Jahre alte Reben, die auf dem extrem kargen Melaphyr-Boden wurzeln. Nach einer sorgfältigen Vorlese und selektiven Handlese folgt eine Maischestandzeit von fünf Stunden, bevor die Trauben schonend mit der Korbpresse gepresst werden. Der Most gelangt ohne Vorklärung und mit vollem Trub direkt in Barriques, die ausschließlich leicht getoastet sind. Eine warme Spontangärung, ein langes Hefelager, der bewusste Verzicht auf Batonnage sowie eine späte Schwefelung prägen den Charakter dieses Weins. Das Ergebnis ist ein Chardonnay von großer Präzision, mineralischer Tiefe und strukturellem Druck – ruhig, fokussiert und langlebig.

 

Füllung: September 2025, Verkauf ab 1. April 2026; Menge stark limitiert

 

„Silvaner Sandschiefer“ – Zwei Welten, ein Charakter

 

Diese Lage ist vom Frost gezeichnet und bringt nur spärlichen Ertrag hervor, doch sie besticht durch große Ausdruckskraft. Der Ausbau folgt einem bewussten Dualismus: 50 Prozent der Maische vergären in Amphoren und ruhen bis zum Sommer 2025 auf den Trauben, während die andere Hälfte nach 14 Stunden Maischestandzeit sanft mit der Korbpresse gepresst wird. Zusammen verschmelzen sie zu einem Silvaner, der mit Struktur, Frische und Tiefe fasziniert.

 

Füllung: September 2025, Verkauf ab 1. April 2026

 

„Porphyr Riesling“ – Die wilde Seite der Herkunft

 

Junge Reben auf der Westseite der Heerkretz schenken uns diesen Wein. Nach einer über Nacht andauernden Maischestandzeit wird er mit der Korbpresse gepresst und anschließend spontan und warm in Stückfässern vergoren. Das Ergebnis ist ein kompromisslos mineralischer Wein, der mit salzigen Noten und klaren Konturen begeistert.

 

Füllung: September 2025, Verkauf ab 1. April 2026

 

Heerkretz Riesling – Die Essenz

 

Aus streng selektierten Trauben des ältesten und besten Weinbergs der Heerkretz entsteht die Spitze des Jahrgangs. Nach kurzer Maischestandzeit wird der Wein mit der Korbpresse gepresst und spontan bei hoher Temperatur im Edelstahl vergoren – bewusst ohne Batonnage und ohne biologischen Säureabbau. So entsteht ein Riesling von großer innerer Spannung, Klarheit und unverfälschter Herkunft.

 

Füllung: September 2025, Verkauf ab 1. November 2026

 

Der Jahrgang 2024 steht für die Reduktion auf das Wesentliche: weniger Ertrag, mehr Präzision, mehr Herkunft. Durch konsequente Handarbeit, den gezielten Einsatz der Korbpresse und den Mut, dem Wein Zeit zu geben, sind Weine entstanden, die nicht laut schreien, aber lange nachklingen.

 

Herzliche Grüße

Finn und Christian



Ausstellerdatenblatt
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