Mit Portugal verbindet vor allem die beiden gespriteten Weine Portwein und Madeira. Und natürlich den knackig-frischen Weißwein aus dem Anbaugebiet Vinho Verde. Doch die portugiesischen Weine können noch so viel mehr! Sie haben so etwas wie eine nationale Identität. Was vor allem an den einheimischen Rebsorten liegt, auf die portugiesische Winzerinnen und Winzer setzen. Bei den Rotweinen ist vor allem die Sorte Touriga Nacional der große Star. Auch Tinta Roriz oder Jaen werden gerne angebaut. Diese sind aber nur halb heimisch. In Spanien kennt man sie schließlich unter den Namen Tempranillo und Mencia.
Neben den Rebsorten ist es aber vor allem der Weinbau selbst, der Portugal als Weinland so besonders macht. Denn dieser hat nicht nur eine jahrhundertealte Tradition, sondern wird nach wie vor von kleinen Familienbetrieben geprägt, die einzigartige Anbaumethoden und Weinstile hervorgebracht und damit entscheidend zur Kulturlandschaft beigetragen haben. Bestes Beispiel sind die traditionellen Lagares, also die Granitbecken, in denen die Trauben bis zur einsetzenden Gärung mit den Füßen gepresst und getreten werden, zeigen das kulturelle Erbe des Weinbaus in Portugal.
Hinzu kommen dann noch die vielfältigen klimatischen und geografischen Bedingungen in Portugal, die maßgeblich für die Bandbreite an produzierten Weinen mitverantwortlich sind. Das Weinbauland lässt sich grob in drei Klimazonen unterteilen. Da sind etwa die Küstenregionen, zu denen unter anderem die Anbaugebiete Vinho Verde, Lissabon oder Setúbal gehören. Hier hat der Atlantik einen sehr starken Einfluss. In den zentralen Regionen wie Dão oder Bairrada ist das Klima kontinentaler - mit einem heißen Sommer und einem kalten Winter. Im Inland und im Südosten findet man mit Douro und Alentejo weitere Prestige-Regionen. Vor allem das Douro ist für seine steilen Schieferterrassen bekannt, die die Wärme sehr gut speichern. Hier befindet sich das Epizentrum der Portwein-Produktion.
Womit wir bei der Bedeutung Portugals für den internationalen Weinhandel wären. Denn historisch gesehen ist das Land vor allem für Portwein und Madeira bekannt, die beide dank der Briten im 17. Jahrhundert einen echten Beliebtheit-Boost erhielten. Bis heute sind die beiden gespriteten Weine Exportschlager. In den vergangenen drei Jahrzehnten gab es im portugiesischen Weinbau zudem eine Qualitätsoffensive. Eine neue Generation von Winzerinnen und Winzer investierte in moderne Kellertechniken, wodurch die Weine deutlich besser wurden. Zudem konzentrierte man sich auf die einheimischen – überwiegend roten – Reben, um sich bewusst von der internationalen Konkurrenz abzusetzen und so unvergleichbar zu sein. Von den rund 7,5 Millionen Hektolitern Jahresproduktion gehen inzwischen etwa 3,5 Millionen Hektoliter in den Export - vor allem nach Brasilien (28.500 Hektoliter), in die USA (23.500 Hektoliter) und Kanada (12.600 Hektoliter).