Ist veganer Wein nur ein kurzlebiger Trend oder der Schlüssel zu neuen, kaufkräftigen Kundengruppen? Erfahren Sie, warum der Verzicht auf tierische Hilfsmittel im Keller längst kein Nischen-Thema mehr ist und wie Sie mit der richtigen Kommunikation und Strategie Wein besser verkaufen.
Für den internationalen Weinfachhandel ist der Wandel der Ernährungsgewohnheiten kein bloßes Hintergrundrauschen mehr, sondern eine direkte Aufforderung zum Handeln. Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten hinterfragen kritisch, was in ihrem Glas landet. Veganismus ist dabei der stärkste Treiber für Transparenz und Qualität. Der Begriff selbst ist vergleichsweise jung: Er wurde 1944 vom Briten Donald Watson geprägt, der damit den Beginn der modernen Vegan Society markierte und der sich bei der Bezeichnung an dem Wort „veg(-etari-)an“ anlehnte. Doch die Idee, auf tierische Produkte zu verzichten, ist uralt. Bereits in der Antike, etwa um 500 vor unserer Zeitrechnung, praktizierten Philosophen wie Pythagoras eine fleischlose Lebensweise, wenngleich der strikte Verzicht auf alle tierischen Erzeugnisse eher die Ausnahme bildete.
Heute sieht die Weltkarte anders aus. Schätzungen veganer Verbände gehen davon aus, dass sich weltweit etwa 80 bis 100 Millionen Menschen rein vegan ernähren. Tendenz steigend. Zählt man Vegetarier und die riesige Gruppe der Flexitarier dazu, die ihren Fleischkonsum bewusst reduzieren, explodiert die Zielgruppe auf Hunderte Millionen. Interessanterweise leben die meisten Menschen, die sich fleischlos ernähren, in Indien – oft aus religiösen und kulturellen Gründen. Doch der moderne, Lifestyle-orientierte Veganismus wächst derzeit am stärksten in Ländern wie Israel (Tel Aviv gilt als vegane Hauptstadt der Welt), Großbritannien, Deutschland und den USA. Für Sie als Händler bedeutet das: Die Nachfrage nach veganem Wein ist global, kaufkräftig und fordert fundierte Antworten.