Sie sind genetisch identisch, gehen in Wahrnehmung und Vermarktung meist aber getrennte Wege. Die Rede ist natürlich von Primitivo und Zinfandel - je nachdem, ob der Wein denn aus Italien oder den Vereinigten Staaten kommt. Wir schauen uns hier die Bedeutung der Rebsorte mit den zwei Namen für den internationalen Weinfachhandel an und widmen uns dann ihrer Herkunft sowie den unterschiedlichen Stilen.
Für den internationalen Weinfachhandel kann man die Bedeutung von Primitivo und Zinfandel eigentlich gar nicht hoch genug bewerten. Sie sind nicht nur volumenstark und echte wirtschaftliche Zugpferde, sondern auch stilistisch vielfältig und in der Lage, sowohl breite Konsumentenschichten wie auch anspruchsvolle Liebhaber anzusprechen.
Zunächst ist da die schiere Nachfrage. Insbesondere der Primitivo aus Apulien hat in den letzten Jahrzehnten einen beispiellosen Aufstieg erlebt. Er steht für zugängliche, fruchtbetonte Weine, die oft ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Diese Eigenschaften haben ihn zu einem Liebling im Lebensmitteleinzelhandel und bei Weinhändlern gemacht, die ein breites Publikum bedienen. Die Konsumenten schätzen die unkomplizierte Trinkbarkeit und die reife Frucht, die oft von sanften Tanninen begleitet wird. Diese Attraktivität ist global und hat dazu geführt, dass Primitivo heute in vielen Ländern zu den Top-Importweinen zählt.
Der Zinfandel, vor allem aus Kalifornien, nimmt eine andere, aber nicht weniger wichtige Position ein. Er ist eine Ikone des kalifornischen Weinbaus und steht für eine bestimmte Art von Opulenz und Ausdruckskraft. Zinfandel-Weine können von elegant und würzig bis hin zu kraftvoll und konzentriert reichen, was sie für ein breites Spektrum an Weintrinkern attraktiv macht. Insbesondere im Premiumsegment finden sich herausragende Gewächse, die von Kritikern hoch bewertet werden und bei Sammlern und Liebhabern begehrt sind. Hinzu kommt der White Zinfandel, ein Roséwein mit präsenter Restsüße, der in den USA über Jahrzehnte hinweg ein Verkaufsschlager war und maßgeblich zur Popularität der Rebsorte beigetragen hat, auch wenn er für viele Weinkenner eher ein Nischenprodukt darstellt. Seine Bedeutung für die Etablierung des Zinfandels auf dem Markt ist jedoch unbestreitbar.