Frühlingsweine: Genuss und Umsatz miteinander kombinieren
Meist konzentriert sich der Fachhandel im Frühjahr auf Ostern und den Mai, um den Abverkauf von Weißweinen, Rosés und Schaumweinen anzukurbeln. Dabei bietet der Frühlingsanfang im März bereits mannigfaltige Möglichkeiten, damit die Kasse klingelt. Zumindest mit den passenden Frühlingsweinen.
Eigentlich ist es logisch, dass die meisten Weinfachhändler ihre Frühlingsweine erst nach Ostern mit diversen Kampagnen verstärkt bewerben. Vor allem im Mai, wenn das Wetter in der Regel dauerhaft freundlich ist. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass man sich so zwei Frühjahrsmonate entgehen lässt. Und auch nichts daran, dass der meteorologische Frühlingsbeginn auf der Nordhalbkugel nun mal immer am 1. März ist. Der kalendarische Frühlingsbeginn schwankt zwischen dem 20. und 21. März, wird 2026 sowie 2017 aber jeweils am 20. März sein.
Vor allem der kalendarische Beginn ist ein idealer Zeitpunkt, um die ersten Frühlingsweine gezielt an die Kundschaft zu bringen. Schließlich füllen die meisten Weingüter im Laufe des Monats die Basisweine ihres neuen Jahrgangs ab – und bringen auch die höherwertigen Gewächse mit längerer Ausbauzeit dann zum Teil auf die Flasche. Es ist also der ideale Zeitpunkt, um im eigenen Lager Platz für den Nachschub zu schaffen, der sich ankündigt. Oder um die Bestände von einem ehemaligen Geschäftspartner loszuwerden, weil Sie auf der ProWein neue Kreszenzen für Ihr Business entdeckt haben.
Bei den Weißweinen darf dann gerne etwas mehr Wumms im Glas sein.
Frühlingsweine im März vorsichtshalber doppelt planen?
Wobei es da tatsächlich einen kleinen Haken gibt. Und der heißt Wetter. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es im März noch eher winterliche Temperaturen haben kann – oder dass eine Regenwolke die andere jagt. Aber für Frühlingsweine ist auch das kein Problem. Die Auswahl sieht dann eben nur etwas anders aus, weil die Gewächse generell etwas fülliger oder körperreicher sein sollten. Wie eine Übergangsjacke, die man in solchen Situationen dann trägt.
Sollte sich das Wetter aber von seiner freundlichen Seite zeigen, ergeben genau solche Weine keinen Sinn. Ihre Kundschaft ist schließlich bereits ohne Jacke draußen unterwegs. Da darf es im Glas dann schlanker, spritziger und lebendiger zugehen. Aber welche Gewächse passen zur jeweiligen Kampagne? Wir haben da ein paar Ideen für Sie!
Frühlingsauswahl für eine schlechte Wetterlage
Die Tage sind grau und stürmisch? Vielleicht regnet es sogar? Bei allzu kühlen Temperaturen kann man da ruhig mal mutig sein und einfach erneut Glühwein in sämtlichen Variationen verkaufen. Also nicht nur als roten, sondern auch als weißen oder Rosé-Glühwein, der ja seit ein paar Jahren auch zugelassen ist. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie überhaupt Glühwein im Portfolio haben und noch ein paar Flaschen übriggeblieben sind. Stationär können Sie auch einfach einen „Glühfrühling“ ausrufen und ein kleines Verkostungsevent drumherum stricken.
Schlanke Rotweine, die man auch gerne mal leicht gekühlt genießen kann, eignen sich für einen Schlechtwetterfrühling aber auch hervorragend. Neben Pinot Noir trumpfen hier zum Beispiel Rebsorten wie Gamay oder Vernatsch auf. Auch Lambrusco wäre eine gute Idee. Bei den Weißweinen darf dann gerne etwas mehr Wumms im Glas sein. Zum Beispiel mit einem im Holz gereiften Chardonnay. Ob dieser nun aus Kalifornien kommt oder eher aus Meursault, hängt von Ihrem Portfolio ab. Auch kräftige Grauburgunder oder ein Viognier können eine gute Wahl. Selbiges gilt auch für die alkoholstärkeren Rosés aus der Provence, um ein wenig Hoffnung auf einen bald richtig beginnenden Frühling zu machen.
Frühlingsauswahl für sonniges Wetter
Wenn allerdings der Frühling im März mit aller Macht kommt, dann dürfen die Weine ruhig auch schon etwas Sonne im Glas symbolisieren. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Lugana, damit Ihre Kundschaft schon einmal vom nächsten Urlaub am Gardasee träumen kann? Sauvignon Blanc oder Scheurebe machen indes Lust auf Fischgerichte oder Sushi. Wobei auch Grauburgunder hier wunderbar funktioniert. Bei der Rebsorte handelt es sich schließlich nicht umsonst um eine Trendtraube.
Es lohnt sich aber auch, pünktlich zum Frühlingsbeginn die erste Rosé-Kampagne gezielt zu fahren. Da ist es letztlich sogar egal, aus welchem Land oder gar welcher Region er stammt. Rosé verspricht die Leichtigkeit des Seins, wonach viele Menschen nach den dunklen Wintermonaten förmlich dürsten. Je blasser der Wein, desto mehr Versprechen auf Sonne und Unbeschwertheit wird gegeben. Spielen Sie im Marketing ruhig ein wenig mit diesem Lebensgefühl, das überall auf der Welt sofort verstanden und nachempfunden wird.
Rosé verspricht die Leichtigkeit des Seins, wonach viele Menschen nach den dunklen Wintermonaten förmlich dürsten.
Frühlingsweine zweifach nutzen
Nun ist es ja doch mit viel Aufwand verbunden, gleich zwei Kampagnen zu Frühlingsweinen zu konzipieren. Trotzdem lohnt es sich. Das Wetter macht schließlich nicht nur im April, was es will, sondern auch schon im März. Sollten sich im sonst sonnig-freundlichen Frühjahr kühlere Regentage ankündigen, dann machen Sie einfach einen 24-Stunden-Flashsale mit einem „Schlechtwetter-Paket“. Oder geben Sie zehn Prozent auf alle Rotweine.
Auch andersherum funktioniert das prima. Soll nach einer Schlechtwetterfront bald endlich die Sonne scheinen, dann schnüren Sie ein „Lichtblick-Paket“. Oder feiern Sie den ersten richtigen schönen Tag des Frühjahres mit einem Rosé-Flashsale. Eine derartige Flexibilität, bei der man im Verkauf kurzfristig und damit direkt aufs Wetter reagiert, funktioniert natürlich nur, wenn Sie sich auf alle Eventualitäten vorbereitet haben und der gesamte Content zu Ihrer Weinauswahl bereits vorher fertig ist, damit Sie einfach nur noch im richtigen Moment aufs Knöpfchen drücken müssen. Timing ist hier so ziemlich alles. Das mag etwas stressig sein, ist in der Regel aber auch von Erfolg gekrönt.