Es lohnt sich nicht nur, deutsche Weine zu verkaufen und selbst zu genießen, sondern auch die einzelnen Weinbaugebiete zu besuchen. Denn Weintourismus wird inzwischen überall großgeschrieben. Eines der Highlights ist ohne Frage eine Tour über die Deutsche Weinstraße in der Pfalz. Auch der Rotweinwanderweg an der Ahr ist ein echter Tourismusmagnet.
Ein weiteres Highlight in Sachen Weintourismus ist ohne Zweifel die legendäre Moselschleife sowie deren Steillagen. Die komplette Region ist inzwischen perfekt auf Touristinnen und Touristen aus der ganzen Welt ausgerichtet - ohne dabei an Authentizität zu verlieren. Etwas unbekannter, dafür aber mindestens ebenso sehenswert, sind die unterschiedlichen terroir-f-Punkte in Franken sowie Würzburg, wo man in einem großen Weingut die letzte Flasche des ältesten, noch trinkbaren Weins der Welt aus dem Jahr 1540 bestaunen kann. Bis 1961 gab es davon zwei Flaschen. Doch dann öffnete man eine anlässlich einer Raritätenprobe in London, an der auch Hugh Johnson teilnahm, dessen Verkostungsnotiz bis heute legendär ist. Zudem lohnen sich Schifffahrten durch die Regionen sehr. Zum Beispiel entlang des Anbaugebiets Mittelrhein mit all seinen Sehenswürdigkeiten.
In Franken finden jährlich übrigens über 300 Weinfeste statt - keine andere Region kann mit solch einer trink- und feierfreudigen Dichte aufwarten! Wer allerdings eine Veranstaltung der Superlative besuchen möchte der sollte sich den Dürkheimer Wurstmarkt in der Pfalz nicht entgehen lassen. Denn auch wenn es der Name nicht direkt verrät: Es ist das größte Weinfest der Welt! Viel kleiner, aber trotzdem bezaubernd schön ist die Veranstaltung Mythos Mosel, die Besucherinnen und Besucher genussvoll in die Welt der Mosel-Weine eintauchen lässt. Und dann ist da ja noch die Wahl der deutschen Weinkönigin in Neustadt an der Weinstraße. Womit wir wieder in der Pfalz wären. Hier trifft fortan Tradition auf Zeitgeist. Denn seit 2025 heißt es nicht mehr deutsche Weinkönigin, sondern deutsche Weinmajestät. Erstmals ist die Wahl nämlich für alle Geschlechter geöffnet.
Wer Wein mit Kulinarik verbinden möchte, der wird in allen deutschen Weinregionen mit offenen Armen empfangen. Fast alle Anbaugebiete bieten gehobene Küche in den zentralen Weinorten an. Hinzu kommen thematische Events wie zum Beispiel das Rheingau Gourmet und Wein Festival. Es gibt in den Weinanbaugebieten aber nicht nur die Spitzengastronomie, sondern auch besonders bodenständige Lokalitäten. Fast überall öffnen Weingüter im Sommer nicht nur ihre Tore, sondern auch ihre Speisekammern, indem sie tageweise einen Gastbetrieb anbieten. Passend dazu gibt's dann natürlich die eigenen Weine. Diese temporären Genusstempel mit Herz und Seele haben innerhalb Deutschlands viele unterschiedliche Namen. Mal ist es die Straußwirtschaft, mal die Besenwirtschaft. Auch Begriffe wie Rädlewirtschaft, Häckerwirtschaft oder Kranzwirtschaft sind gebräuchlich. Sie meinen aber alle ein und dasselbe Prinzip. So kann man die regionalen Genüsse authentisch kennenlernen - und zwar genau da, wo die deutschen Weine entstehen. Besser geht's nicht.