Alkoholreduzierte Weine: Zwischen Qualität und Kompromiss
Im Gegensatz zu alkoholfreien Weinen wird den alkoholreduzierten Weinen der wohl wichtigste Geschmacksträge nicht komplett genommen. Nämlich eben Alkohol. Das ermöglicht dann oftmals einen geringeren Zuckergehalt – und damit weniger Kalorien. Vor allem für jüngere Zielgruppen wie die Genration X ist das durchaus ein wichtiger Faktor bei der Kaufentscheidung. Als Händlerin und Händler ist man hier mit teilweise entalkoholisierten Weinen auf der sicheren Verkaufsseite.
Noch wichtiger kann bei solchen Zielgruppen aber auch das Thema Nachhaltigkeit sein. Da beim Entalkoholisierungsprozess sehr viel Energie benötigt – und dementsprechend viel Kohlenstoffdioxid freigesetzt wird, können hier Weine mit wenig Alkohol punkten, bei denen die Gärung bewusst gestoppt wurde. Hier ist allerdings ein höherer Restzucker üblich, da nur wenige Gewächse trocken sind. Geschmacksrichtungen wie halbtrocken oder lieblich sind hier üblicher. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Eine solche Ausnahme ist zum Beispiel der Kabinett-Wein, der sogar zum deutschen Prädikatswein-System gehört. Allen voran ist hier der Riesling Kabinett zu nennen, der oft unter 10 Volumenprozent Alkohol liegen kann – und der dann trotzdem trocken ist.
Der Kabinett-Wein mit weniger Alkohol ist quasi die große Ausnahme im Prädikatswein-System. Alle andere alkoholarme Varianten, die es so auf dem Markt gibt, sind nämlich dem Bereich der Qualitätsweine zuzuordnen, wenn sie die Qualitätsweinprüfung bestanden haben. Was aber in der Regel reicht, damit Sie Ihrer Kundschaft auch bei Weinen mit weniger Promille eine hohe Qualität garantieren können.
Wein im Sommer: Warum leichte Weine gefragt sind
Vor allem im Hochsommer, wenn das Thermometer regelmäßig 30 °C oder mehr anzeigt, kann sich der Genuss von Alkohol schnell negativ auf den Kreislauf auswirken. Weine mit 13 und mehr Volumenprozent haben es deswegen zu dieser Zeit besonders schwer. Sie werden einfach nicht so stark nachgefragt. Gewächse, die weniger Alkohol haben, die aber trotzdem mit viel Frische und einer fruchtigen Aromatik brillieren, hingegen schon.
Es lohnt sich sehr, genau solche Weine im Hochsommer ganz gezielt zu positionieren. Zum Beispiel mit einer Themenecke in der Fachhandlung oder mit speziellen Sommerverkaufsflächen im Lebensmitteleinzelhandel. Als Online-Händler kann man zudem spezielle Sommerkampagnen kreieren und Weine mit wenig Alkohol und viel Geschmack gezielt bewerben. Den leichten, lebensbejahenden und lebendigen Ideen sind da quasi keine Grenzen gesetzt.
Was bedeutet „trocken“ bei alkoholarmen Weinen?
Wichtig für Ihre Kundschaft könnte auch die Information sein, dass „trocken“ bei alkoholarmen Weinen auch tatsächlich trocken bedeutet. Hier gilt schließlich die gleiche gesetzliche Definition wie bei regulären Gewächsen. Mehr als 4 Gramm Restzucker hat solch ein Wein in der Regel also nicht. Die Ausnahme: Ist die Säure maximal 2 Gramm niedriger, darf ein Gewächs auch 9 Gramm Restzucker enthalten.
Während bei Weinen mit regulärem Alkoholgehalt die Faustregel gilt, dass je weniger Alkohol desto mehr Restzucker enthalten ist, sieht das bei den Varianten, die bewusst weniger Umdrehungen haben, teilweise anders aus. Womit wir wieder beim teilweisen Entzug von Alkohol wären. Genau deswegen lohnt es sich als Weinhändler, das eigene Sortiment dahingehend sehr genau zu kennen, um der Kundschaft gezielt alkoholarme Weine nach deren Gusto vorzuschlagen. Wenn ein Produkt ruhig eine gewisse Restsüße haben darf, ist man mit einem Kabinett-Wein oder einem Gewächs, bei dem die Gärung unterbrochen wurde, besser beraten. Wer weniger Zucker, Kohlenhydrate und damit auch Kalorien zu sich nehmen möchte, der fährt mit einem teilweise entalkoholisiertem Wein deutlich besser. Sie können da Ihre Kundschaft ganz gezielt in die beiden unterschiedlichen Richtungen beraten und Tipps geben, um das Kennenlernen mit alkoholarmen Weinen genusstechnisch zu erleichtern.