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Rioja – alter spanischer Adel am Puls der Zeit

Rioja – alter spanischer Adel am Puls der Zeit

Es hat sich viel getan im Rioja. Das traditionelle Anbaugebiet in Spanien hat sich einem Wandel unterzogen, welcher sich in einer faszinierenden Architektur widerspiegelt. Diese Bauten scheinen als Symbol eines Wandels von einem sehr alten Weinstil zu sehr modernen Weinen, die mit hohem technischen Aufwand gemacht werden, zu stehen.

 
 

Wie ein leuchtender Kristall treibt Baigorri in der Dämmerung schwerelos in einem endlosen Meer von Reben. Der Effekt ist natürlich kalkuliert, und man gerät auch gleich ein bisschen ins Schwärmen, denkt an Raumschiffe und Science Fiction-Filme. Im Innern des gläsernen Würfels, dem Haupthaus der Bodegas Baigorri, spielt aber Gravitation eine Hauptrolle. Nach allen Regeln der modernen Wissenschaft werden die Trauben und sämtliche Folgeprodukte dort ausschließlich mit Hilfe der Schwerkraft bewegt. Von der Anlieferung im obersten Stockwerk bis zum Verladen der abgefüllten Flaschen, sieben Stockwerke darunter.

 
 
Weingut Baigorri

Das Weingut Baigorri

Sehen kann man das kleine Wunderwerk kilometerweit, und es ist bei Weitem nicht das einzige Bauwerk, das in der Rioja ins Auge sticht. Die Region im Nordosten Spaniens ist gespickt mit exzentrischer Architektur. Ein Bau der Viña Tondonia in Haro sieht aus wie eine liegende Weinflasche. Ein paar Kilometer weiter hat sich Viña Real mit der Riesenversion eines im Boden versenkten Fasses ein Denkmal gesetzt. Natürlich auf einer Anhöhe, damit es jedermann von der Landstraße gleich sieht. Selbstredend ist auch das Innere beeindruckend mit einem Glasboden, durch den man auf mehrere Etagen im Kreis angeordneter Barriques voller Tempranillo blickt. In der angeschlossenen Gastronomie kann man dann verkosten - wenn man nicht eins der anderen Restaurants auf Weingütern in der Gegend vorzieht. Architektonisch haben alle ihren Reiz.

Die gerade mal 15 Jahre alte Bodega Ysios etwa ragt mit ihrem 200 Meter langen Dach aus übergroßen Aluminiumwellen aus den Weingärten und kontrastiert so die Silhouette der Bergkämme am Horizont. Der Verkostungsraum darunter gleicht einer Kathedrale. Ein Stück weiter in Elciego bei Marques de Riscal diniert man unter gold-rosa Titanblechen, die wie überdimensionales hingeworfenes Geschenkband drapiert sind. In der Küche werkelt ein Schüler von Ferran Adrià. 70.000 Besucher im Jahr können sich davon überzeugen, dass von jedem Jahrgang seit 1862 auch noch ein Fläschchen im Keller liegt.

Jeder dieser Bauten erzählt seine Geschichte, zitiert Materialien und Formen, um zu zeigen, was dem Besitzer besonders wichtig ist. Ihre Architekten gehören zu den besten der Welt. Alle gemeinsam wollen sagen, dass die Rioja nicht irgendein traditionelles Anbaugebiet ist. Genauer betrachtet sind sie sogar ein Symbol des Wandels von einem sehr alten Weinstil zu sehr modernen Weinen, die mit hohem technischen Aufwand gemacht werden.

 
 
 

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