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Bordeaux - Wie funktioniert eigentlich Bordeaux?

Wie funktioniert eigentlich Bordeaux?

Keine Region steht mehr für Wein an sich als Bordeaux. Auf der ganzen Welt ist der Name fast synonym für guten Wein. Die Erfolgsgeschichte ist Jahrhunderte alt. Aber kompliziert. Trotz allem Ruhm braucht es viel Fingerspitzengefühl, um mit dem verzweigten Absatzsystem umzugehen.

 
 

Mehr Superelative als Bordeaux geht eigentlich nicht. Die bekannteste Weinregion der Welt, außerdem das größte zusammen hängende AOC-Gebiet. Wäre Bordeaux ein Anbauland, auf der Weltrangliste läge es mit seinen 113.000 Hektar Anbaufläche auf Platz 11, noch vor Deutschland.

Aus Bordeaux kamen letztes Jahr 684 Millionen Flaschen Wein. In jeder Sekunde werden irgendwo auf der Welt 22 davon verkauft. Auch viele der teuersten Weine kommen aus Bordeaux.

Insgesamt 3,74 Milliarden Euro setzt die Region jedes Jahr um. Vier von fünf Landwirtschaftsbetrieben und 55.000 Jobs leben vom Weinbau. Käufer sitzen längst auf der ganzen Welt vom Dubai bis Hawaii.

Warum hat ausgerechnet Bordeaux diese Bedeutung? Darauf gibt es viele Antworten. Eine ist Langlebigkeit. Selbst einfache Rotweine entwickeln sich über mehrere Jahre, bessere über viele Jahrzehnte.

 
 
Pessac Leognan - Chateau Olivier © CIVB/Francois Ducasse

Pessac Leognan - Chateau Olivier © CIVB/Francois Ducasse

Regionen und Rebsorten

Der Atlantik mit dem Golfstrom vor der Tür ist der wichtigste klimatische Einfluss für den Weinbau. Außerdem gibt es mehrere Flussläufe, einen mächtigen Kalksteinboden, warme trockene Sommer und sonniges Herbstwetter. Davon profitieren zu 88 Prozent Rotweine.

Die haltbarsten kommen in der Mehrzahl vom linken Ufer des Mündungstrichters Gironde. Kiesböden mit sehr guter Drainage sind Grundlage der besten Lagen. Hier wurzeln die Reben besonders tief. Sie ergeben tanninreiche, alterungsfähige Weine.

Eher sanft und fruchtig fallen die Pendants am anderen Ufer aus. Vor allem Saint-Émilion und Pomerol stehen für diesen Stil.

Weiter im Südosten wächst ein großer Teil der trockenen Weißweine. Vor allem die Sorten Sémillon und Sauvignon Blanc stehen im Hügelland von Entre deux mers zwischen Garonne und Dordogne.
Südlich der Stadt Bordeaux in Graves auf der linken Flussseite wachsen viele Süßweine, von denen Sauternes der bekannteste ist. Die besten Appellationen liegen nah am Fluss und entwickeln unter dem Einfluss Luftfeuchtigkeit Botrytis.

Natürlich gibt es auch Rosé, um die ständig wachsende Nachfrage zu stillen und seit 1991 auch eine Appellation für Schaumwein, den Crémant de Bordeaux. 2013 wurden 2,6 Millionen Flaschen abgefüllt.
Fast alle Bordeaux-Weine sind Cuvées. Cabernet Sauvignon mit seiner kraftvollen Struktur dominiert die Weine im Médoc. Rive droite regiert Merlot, der 65 Prozent der Anbaufläche besetzt. Cabernet Franc mit seinem Schärfeaspekt wird seltener eingesetzt, die ebenfalls zugelassenen Sorten Petit Verdot, Malbec und Carmenère fast gar nicht.

Die Weißweine bestehen zum größten Teil aus Sémillon und Sauvignon Blanc. Der erste dominiert meist in Süßweinen, Sauvignon Blanc eher in trockenen, die oft auch Muscadelle enthalten. Andere Sorten wie Ugni Blanc und Colombard spielen auch hier untergeordnete Rollen.

 
 

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