09.11.2005

Weinlese in Deutschland extrem früh beendet

In den deutschen Weingütern und Genossenschaften herrscht derzeit allgemein große Zufriedenheit. Denn soviel ist bereits sicher: Der Weinjahrgang 2005 wird schon heute als außergewöhnlich gut eingestuft. „Selten kam das Lob über die geernteten Traubenqualitäten so einhellig aus allen dreizehn Weinbaugebieten wie in diesem Jahr“, stellt Armin Göring, Geschäftsführer des Deutschen Weininstituts (DWI), fest. „Die Mostgewichte liegen überwiegend im Prädikatsweinbereich und reichen stellenweise sogar an die Werte von 2003 heran.“

Erträge unter dem Durchschnitt

Die Erntemenge wird geringer als erwartet ausfallen, da die Mostausbeute überraschend niedrig war und die Lese überwiegend sehr selektiv durchgeführt wurde. „Wir rechnen für 2005 mit einem Ertrag, der sich um neun Millionen Hektoliter bewegt. Er läge somit rund 10 % unter dem des Vorjahres und um 6 % unter dem zehnjährigen Mittel von 9,6 Mio. hl“, schätzt Armin Göring.

Trotz der Mengeneinbußen ist aufgrund der aktuellen preissensiblen Marktsituation nicht mit außergewöhnlichen Preissprüngen zu rechnen. Dafür wird das Preis-Genuss¬verhältnis der 2005er ein ganz besonderes sein, denn angesichts des großen Anteils an überdurchschnittlichen Qualitäten dürfte sich so mancher kabinett- und spätlesegeeigneter Most später als Qualitätswein im Glas wiederfinden.