25.01.2007

Wein-Export: Italien in der Pole Position

Mit rund 2.900 Ausstellern aus 46 Ländern, über 32.000 Fachbesuchern aus über 40 Nationen und mehr als 700 internationalen Medienvertretern ist die ProWein Jahr für Jahr der wichtigste Branchenevent für das internationale Wein- und Spirituosen-Business. Für die exportorientierte italienische Wein- und Spirituosenwirtschaft ist die Präsenz zur ProWein daher die beste Möglichkeit, internationale Kunden zu treffen und weltweite Absatzmärkte zu erschließen. Ein Grund, warum auch zur kommenden ProWein 2007 so berühmte Namen wie Zonin, Mionetto, Sella und Mosca, Banfi, Nonino, Santa Margherita, Planeta, Antinori, Donnafugata, Villa Sandi, Valdo Spumanti wieder dabei sind. Über 600 Anbieter italienischer Weine und Spirituosen werden sich vom 18. bis 20. März 2007 auf dem Düsseldorfer Messegelände präsentieren. Damit ist das Mittelmeerland wie schon in den vergangenen 13 ProWein-Jahren hinter Deutschland die zweitgrößte Ausstellernation.

Aber es gibt auch Aussteller, die das erste Mal zur ProWein präsent sind - motiviert durch den hervorragenden internationalen Ruf dieser Veranstaltung. So zum Beispiel die Genossenschaft Consorzio Tutela Barolo Barbaresco Alba Langhe Roero. Der Direktor Claudio Salaris begründet seine Teilnahme wie folgt: „Die Genossenschaft hat bis heute noch nie an Messen teilgenommen. Dieses Jahr hat uns aber eine größere Zahl unserer Mitglieder gebeten, den Anfang zu machen und eine Gemeinschaftsbeteiligung zu organisieren. Dadurch soll der Bekanntheitsgrad der einzelnen Betriebe erhöht und die Aufmerksamkeit auf das gesamte Herkunftsgebiet gelenkt werden.“

Export: Italien in der Pole Position

Wein aus Italien ist nach wie vor ein Exportschlager. Dabei nimmt italienischer Wein weltweit, was die Menge des exportierten Weins anbelangt, eine Pole Position ein: Der Anstieg des Weinexports von acht Prozent im ersten Halbjahr 2006 (nach den Angaben des statistischen Amtes ISTAT) auf 15,7 Millionen Hektoliter und einen Rekordumsatz von 9 Milliarden Euro bestätigt die weltweit gestiegene Nachfrage nach Wein made in Italy. Ein positives Ergebnis, wobei sich die Exporte innerhalb der EU stabilisiert haben und die Exporte in die Nicht-EU-Länder dank eines Booms in den Vereinigten Staaten (+11 Prozent) und einer Konsolidierung in Russland und Japan sogar stark angestiegen sind. Osteuropa – und hier speziell Russland, Slowakei, Polen und Ungarn - verspricht, ein besonders interessanter Markt zu werden. Noch jung, aber mit kontinuierlichen und konstanten Wachstumsquoten sind die Märkte China, Korea und Indien. Vor allem China und Indien verheißen ein großes Potenzial.

Der deutsche Absatzmarkt bleibt extrem wichtig. Das liegt nicht zuletzt am italienischen lifestyle , den die deutschen Kunden besonders schätzen - wie Alberto Cintelli von der Agentur für Wirtschafsförderung der Toskana bestätigt: „Es gibt kein Land in der Welt, das unseren lifestyle zu schätzen weiß wie Deutschland.” Gemessen an der allgemeinen Tendenz ist in Deutschland der “Wein mit den Bläschen” sehr erfolgreich. Dies wird von Giancarlo Vettorello, dem Direktor der Genossenschaft Consorzio e Tutela del Prosecco di Conegliano e Valdobbiadene bestätigt, der Deutschland als das wichtigste Exportland für Italien bezeichnet: Deutschland deckt mit circa 50 Millionen Flaschen ein Drittel des Weltexports.

Weinlese 2006: Quantität und Qualität sind gut

Mit rund 51 Millionen Hektoliter Wein und Most ist die Lese 2006 quantitativ gut - und optimal, was die Qualität nach den Prognosen der Ismea (Service-Institut für den Argar- und Lebensmittelmarkt) und des italienischen Weinverbandes betrifft .

Exzellent ist die Qualität in der gesamten Region Toskana. Einen perfekten Reifegrad hatten die Trauben auf Sizilien, was für duftende Weißweine und fruchtige Rotweine ideal ist. Sehr positiv war das Lesegut auch in Piemont, was den lieblichen Wein anbelangt. Außerordentlich, was das Aroma und die Qualität in Venetien betrifft, wo es sich nach Giancarlo Vettorello um eines der besten Weinjahre in den vergangenen zehn Jahren handeln soll.

Die weltweit berühmtesten italienischen DOCG

Die weltweit berühmtesten DOCG sind Chianti Classico, Barolo und Brunello di Montalcino, Nobile di Montepulciano, Taurasi sowie Bolgheri und Amarone. Der Brunello nimmt im Ranking der weltweit besten 100 Weine, erstellt von der amerikanischen Fachzeitschrift Wine Spectator, mit dem Brunello “Tenuta nuova” 2001 von Casanova di Neri di Giacomo Neri den ersten Platz ein. Das ist eine Auszeichnung, die praktisch die gesamte Sorte prämiert und gleichzeitig für ein Phänomen steht: Die italienische Weinkultur auf dem Weg, die ganze Welt zu erobern.

Die Schlüssel des Erfolges

Dieser Erfolg liegt in der Qualität der Produkte begründet. Dieser Erfolg ist aber auch eng verbunden mit ihren Designern, die in der Lage sind, das Image Italiens mit dem Weinprodukt zu verknüpfen. Als Beispiel ist Lodovico Antinori zu nennen, der in kürzester Zeit den Kultwein Ornellaia entworfen und kreiert hat. Dieser Wein ist das internationale Symbol des „chateau all’italiana”.

Auf die internationale Bühne drängt in letzter Zeit vermehrt die jüngere Generation – und hier speziell die weiblichen Ikonen Siziliens: Francesca Planeta und José Rallo di Donnafugata, beide Förderinnen von Projekten und Initiativen, die mit den Schlüsselbegriffen Qualität und Innovation verbunden sind. Francesca Planeta steht beispielsweise für die gemeinsam mit ihren Brüdern Santi und Alessio ergriffene Initiative “Die Reise nach Sizilien”, ein Projekt für die Kunst und das Territorium Sizilien. Hierfür wurde ihnen der Unternehmens- und Kulturpreis 2005 zugesprochen. José Rallo, die in der letzten Zeit durch ihren rosso top Mille e una Notte noch bekannter geworden ist, erhielt jüngst eine Auszeichnung für die Innovation der nächtlichen Weinlese. Die Qualität der Tradition und der Mut zur Innovation unter Beachtung der Umwelt und des Territoriums sind die Schlüssel des italienischen Erfolgs.

Aktuelle Informationen zur ProWein, ihren Ausstellern und zum Veranstaltungsprogramm gibt es laufend hier im Internet.

(Die Autorin, Livia Negri, arbeitet seit zwei Jahren als freie Autorin in den Bereichen Marketing & Kommunkation, Fashion & Lifestyle sowie Gastronomie & Oenologie. Zuvor hat sie zehn Jahre in einem Verlag als Redakteurin gearbeitet und zahlreiche Artikel in „Cose Antiche“, „L’Esperto Risponde“ und „In Vacanza“ veröffentlicht.)