26.03.2009

Werbegemeinschaft Württembergischer Weingärtnergenossenschaften e.G. WWG

Trollinger auf einen Blick

Rebfläche in Deutschland: 2504 ha, davon 2469 ha in Württemberg (außerdem noch Mini-Anbau in Baden und Rheinhessen). Der Anbau in Deutschland ist nur leichten Schwankungen unterworfen. In Italien gibt es über 3000 ha, hauptsächlich in Südtirol und im Trentino. Zugelassen ist die Sorte, die in Südtirol als Vernatsch bekannt ist, auch in den Provinzen Bergamo und Verona.

Geschichte und Entwicklung: Erstmals wurde die Sorte in Württemberg im 16. Jahrhundert registriert. Früher hieß sie – wohl wegen der prallen Trauben - „Hammelshoden“ oder „Fleischtraube“. Vermutlich wurde die Rebe schon zu Zeiten der Römer nach Germanien gebracht und kam vom Rhein an den Neckar. Sie ist auch als Tafeltraube in vielen Ländern beliebt (vorwiegend unter der Bezeichnung Black Hamburg).

Ansprüche, Resultate: Die Sorte verlangt nach guten, frostfreien Lagen mit warmen Böden (bevorzugt Keuper und Muschelkalk); die Ansprüche sind vergleichbar mit denen des Spätburgunder. Der nicht sehr frostresistente Trollinger ist eine ertragreiche Sorte, deren Mostgewicht meist im Qualitätsweinbereich bleibt. In sehr guten Jahren sind auch Spätlesen und Auslesen möglich, manchmal bei entsprechenden Tiefsttemperaturen sogar Eisweine, bei denen das Mostgewicht weit über die Norm von 150 Grad Öchsle hinaus klettern kann (so auch im Jahrgang 2008).

Geschmack/Stil: Der Trollinger gilt als „Brot und Butter-Wein“ der Schwaben, oft auch in einer Cuvée mit Lemberger. Er ist in der Farbe rubinrot und kann nach kurzer Maischestandzeit auch als Rosé interessant sein. Hin und wieder gibt es neuerdings auch Trollinger Blanc de Noirs. Die Weine sind schon jung trinkbar, können aber – im Gegensatz zur landläufigen Meinung – durchaus einige Jahre stabil sein. Ein typischer Trollinger duftet zart und angenehm nach Mandeln und ist im Geschmack saftig, herzhaft, gelegentlich kernig und robust anmutend, hat reife, milde Gerbstoffe und passt besonders gut zu den regionalen Spezialitäten Württembergs.

Einschätzung/Wettbewerbe: Noch vor einigen Jahren hatten viele Genießer keine hohe Meinung vom Trollinger. Inzwischen loben sogar Fachjournalisten mit hohen Ansprüchen und namhafte Sommeliers den Trollinger – eine Folge der auf breiter Front gestiegenen Qualität. Zur Förderung der Sorte wird seit einigen Jahren in Württemberg ein Trollinger-Wettbewerb veranstaltet, an dem sich Genossenschaften und Weingüter in immer größerer Zahl beteiligen. Viel Beachtung fand auch der 2. Platz für einen 2007er Trollinger der Remstalkellerei beim Vinum-Wettbewerb um den Deutschen Rotweinpreis 2008 in der Kategorie „unterschätzte Sorten“.