20.02.2006

Italien setzt auf Deutschland

Süditalien weiter im Trend, Norditalien behauptet sich

„Deutschland bleibt der bedeutendste und wichtigste Exportmarkt der Ita-liener“, betont Emilio Pedron, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Gruppo Italiano Vini (GIV), die Weingüter von Piemont bis Sizilien besitzt. Dass auch zahlreiche kleine und mittelgroße Erzeuger dieser Meinung sind, belegt die stattliche Zahl der Anmeldungen von italienischer Seite für die ProWein 2006 vom 26. bis 28. März. Rund 600 Aussteller präsentieren sich in Halle 3 auf einer Fläche von rund 5.000 Quadratmetern. Dabei bietet die ProWein den unschlagbaren Vorteil, sowohl deutsche Käufer als auch inter-nationale Kunden begrüßen können – unter anderem aus Benelux, Großbri-tannien, Osteuropa und Skandinavien.

Starke Gemeinschaft

Ein besonderer Anziehungspunkt sind die zahlreichen Gemeinschaftsstände der Verbände und Konsortien. Vor allem die Norditaliener nutzen die Ge-meinschaftspräsentation, um für ihre Region und ihre Weine zu werben. Hier kann der Einkäufer in kurzer Zeit eine große Auswahl an Weinen ver-kosten, um sich einen Eindruck der neuen Jahrgänge zu verschaffen. Am Messestand der Region Friaul kann er das Qualitätsniveau der Weißweine der verschiedenen DOC-Regionen (Collio, Colli Orientali Friuli, Isonzo oder Grave Friuli) genauer unter die Lupe nehmen und dieses nur wenige Meter weiter mit dem der Südtiroler vergleichen. Ob Tocai friulano, Sauvignon blanc oder Pinot Grigio aus dem Friaul oder Pinot bianco, Chardonnay oder Pinot Grigio aus Südtirol, in beiden Regionen setzen eine wachsende Zahl von Winzern auch auf einen Weißwein aus mehreren Rebsorten - etwas, dass in der Vergangenheit den Rotweinen vorbehalten war.

Unter dem Gemeinschaftsdach der Provinz Treviso empfängt das Prosecco-Konsortium die Besucher, die sich von der gehobenen Fachhandelsqualität der DOC-Ware überzeugen und die Preissituation diskutieren können. Denn zwischen den deutlich günstigeren IGT-Proseccos (Indicazione Geografica tipica) aus der weitläufigen Ebene des Veneto und der flächenmäßig be-grenzten DOC-Region (Denominazione Origine controllata) in den Hügeln von Conegliano und Valdobbiaddene besteht ein preislicher und auch qua-litativer Unterschied.

Wie im letzten Jahr bekundet die kleine, bergige Weinregion Trentino mit einem großen, attraktiven Gemeinschaftsstand ihren Willen zu einem lang-fristigen Engagement auf der ProWein. Mit ihrem visuell ansprechenden Auftritt vor großen Landschaftsfotos werben sie unter anderem für den Weintourismus als eine zentrale Säule ihrer Kommunikationsstrategie.

Natürlich sind auch aus der beim Verbraucher beliebten Toskana viele Win-zerverbände angereist, allen voran das große Chianti Classico-Konsortium, das die Bekanntheit der Weine mit dem Gallo nero-Markenzeichen weiter ausbauen möchte. In diesem Jahr sind 17 Winzer direkt mit von der Partie, die anhand ihrer Weine aus unterschiedlichen Gemeinden die Eigenheiten und die Vielfalt des Sangiovese innerhalb des Gebietes demonstrieren. „Ob der Wein auf 450 m oder 250 m über NN bzw. an Süd- oder Nordhängen wächst, zeigt sich im Charakter des Weines“, sagt Guiseppe Liberatore, Di-rektor des Konsortiums.

Süditalien und Preistrends: Für Entdeckungen immer gut
In Süditaliens Regionen haben sich andere Rebsorten profilieren können, wie zum Beispiel der Primitivo oder der Negroamaro (Apulien), der Nero d’Avola (Sizilien) oder der Aglianico (Kampanien/Basilikata), die sich wei-ter im deutschen Handel ausbreiten und nicht nur bei den Italien-Weinhändlern zu einem festen Bestandteil des Sortimentes geworden sind. Wer Neues sucht, ist im Club Italia an der richtigen Adresse. Denn viele süditalienische Weingüter präsentieren ihre Weine im »Club Italia«. Vor al-lem der Einzelhandel sucht weiter nach Ergänzungen des Sortiments aus Süditalien und auch nach der ein oder anderen interessanten Alternative für seine Partner aus Nord- und Mittelitalien.