15.02.2006

Innovative Österreicher auf der ProWein 2006

2005 war für Österreichs Weinerzeuger ein Wechselbad der Gefühle. Lange Zeit ließ der Jahresverlauf für den Jahrgang schwarz sehen. Doch ein traumhaftes Oktoberwetter sorgte für einen mehr als zufrieden stellenden Abschluss. Die rund 200 österreichischen Winzer kommen deshalb gern zur ProWein nach Düsseldorf. Die Internationale Fachmesse für Weine und Spirituosen ist seit Jahren schon die wichtigste Fachmesse für die österreichischen Produzenten von Wein und Spirituosen und die größte Leistungsschau außerhalb des Alpenlandes. Mit einem ausgezeichneten Jahrgang im Rücken, der vor allem viele Spitzenweine lieferte, lässt sich gut präsentieren. „Die Qualität ist überdurchschnittlich gut“, urteilt Silvia Prieler aus Schützen am Gebirge (Neusiedlersee-Hügelland). Auch ihre Kollegin Silvia Heinrich-Kanyak aus Deutschkreutz im Mittelburgenland sah sich „in diesem Altweibersommer mit gesunden, reifen Trauben belohnt.“ Übereinstimmend meinen die beiden jungen Winzerinnen, die mit der Vereinigung „11 Frauen und ihre Weine“ am Rhein auftreten werden: „Es ist allerdings sehr, sehr wenig.“ Mit knapp 2 Mio. Hektoliter liegt das Ernteergebnis denn auch deutlich unter dem langjährigen Schnitt (2,5 Mio. hl).


Grüne Veltliner steht im Mittelpunkt

Die Österreicher kommen mit einem Großaufgebot auf die bevorstehende ProWein. Die komplette Halle 7 – direkt neben dem Eingang Nord – ist ausschließlich dem Angebot aus Österreich vorbehalten. Bei den Sorten steht fast zwangsläufig der Grüne Veltliner als Hauptsorte (ein Drittel Flächenanteil) im Vordergrund. Stolz sind die Weinviertler, dass der Veltliner als DAC-Wein weiter erfolgreich ist und das Image des Gebietes merklich gesteigert hat.


Dafür haben autochthone Sorten wie die gehaltvollen Weißen Rotgipfler und Zierfandler aus der Thermenregion südlich von Wien, der Frührote und Rote Veltliner aus Niederösterreich oder der steirische Blaue Wildbacher als Rotwein und als hellroter Schilcher wieder einen immer größeren Stellenwert. Bei den Rotweinen stehen Zweigelt und Blaufränkisch im Vordergrund; St. Laurent und Pinot Noir sind im Kommen. Die internationalen Sorten Cabernet Sauvignon und Merlot werden gern in Cuvées eingesetzt, während der im Burgenland beliebter gewordene Syrah in der Regel selbstständig zum stoffigen, würzigen Wein abgefüllt wird.

Österreiches Wein-Elite in Halle 7

Präsentiert werden die Weine von der gesamten Elite des Landes. Namen wie Hirtzberger, Knoll, Bründlmayer, Ernst Triebaumer, Loimer, Kracher, Nittnaus sprechen für die Zugkraft der Messe auch bei den Winzern, die ihre Weine eher zuteilen als verkaufen. Gemeinschaftsauftritte haben die Vereine Tu felix Austria (in Deutschland repräsentiert von Schlumberger), Pannobile, Renommierte Weingüter Burgenland, das Donnerskirchner Weinquarett, die 11 Frauen und der noch junge Club Vitikult mit neun Produzenten aus dem Mittelburgenland geplant. Zu letzterem Verein, der den Blaufränkisch als Leitsorte auserkor, gehören namhafte Erzeuger wie Heribert Bayer, Johann Heinrich und Stefan Lang, der auch als Sprecher fungiert.


Der Nachwuchs drängt nach vorne

Unter den Gütern lassen sich einige Entdeckungen machen, etwa bei den gerade 25 Jahren jungen Werner Michlits (Weingut Weinklang) aus Pamhagen und Hannes Sabathi aus der Südsteiermark. Oder in der aufstrebenden Ortschaft Göttlesbrunn im Gebiet Carnuntum östlich von Wien. Glatzer, Grassl, Markowitsch, Netzl und Pimpel heißen die Erzeuger, die seit einigen Jahren Furore machen und die Region aus ihrem Tiefschlaf weckten. Ein innovativer Burgenländer, der nur so vor Ideen sprudelt, ist Günter Triebaumer aus Rust, Neffe des prominenten Ernst Triebauer (E.T.). Wieder erstarkt präsentiert sich das Schlossweingut Esterhàzy aus Eisenstadt. In der Wiener Weinszene sind – neben Wieninger - das Stadtweingut Cobenzl und Richard Zahel besonders zu beachten. Sie beweisen, dass der „gemischte Satz“, einst der Einfachwein der Heurigen, ein hohes Niveau haben kann.