06.02.2014

Weingut Jordan

Der neue Jordan

Weingut Jordan

Willi Hirsch, Präsident des VSOV - Sommelier Verein Vorarlberg und Maître im Romantik Hotel "Die Krone von Lech" hat unser neues Weingut besucht und schreibt darüber auf Vorarlberg Isst


Der neue Jordan
von Willi Hirsch


An den Ausläufern des Mannhardsberges, im nördlichen Weinviertel liegt die alte Weinbaustadt Pulkau, nur wenige Schritte entfernt der kleine Ort Groß-Reipersdorf – dort liegt das ultramoderne WEINGUT JORDAN.
Nicht modernisiert, sondern völlig neu erbaut und mit allen Eigenheiten des modernen Weinbaus ausgestattet entstand ein Vorzeigebetrieb wie man ihn gesehen haben muss.


Bereits seit 1858 wird bei den Jordans Weinbautradition groß geschrieben, seit 2010 führt die frühere Bundesweinkönigin SIMONE JORDAN mit Partner HANNES, aber auch mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Eltern den traditionellen Betrieb.
Den Beruf der Winzerin auszuüben bedeutet für Simone Jordan, die Faszination der Natur einzufangen, mit viel Sensibilität die besten Qualitäten die die Natur zulässt in den Keller zu bringen. Die optimalen Böden aus Urgestein, Lehm und Löss, gepaart mit den frischen, teils rauen Winden aus dem Waldviertel und dem milden, pannonischen Klima des Weinviertels, sind beste Voraussetzungen für ausdrucksstarke, vielschichtige Weine.


Dominant sind in dieser Region die Weißweine, insbesondere der Grüne Veltliner, aber gerade in der Pulkauer Gegend mit der „Rotweininsel“ Riede Haselparz bringen immer wieder besondere Rotweine hervor. Daraus ergibt sich auch die Rotweinaffinität des Weingutes. Besonders die traditionsreichen Sorten Zweigelt und St. Laurent haben es der jungen, hübschen Winzerin angetan.
Simone Jordan ist auch der Meinung, „Weingüter entstehen nicht von heute auf morgen, sie werden von Generationen zu dem gemacht, was sie heute sind“, und nutzt damit die Erkenntnisse der Generationen, verbindet diese mit modernsten Technologien und ihren eigenen Erfahrungen, um mit viel Liebe und Leidenschaft Weine zu machen, die Lust auf mehr machen.


Auf die Frage zum Neubau des Weingutes meinte die charmante Winzerin, „an die gut organisierte Traubenverarbeitung haben wir in weiterer Folge einen Arbeitsschritt nach dem anderen gereiht. Es sind Tankkeller, Barriquekeller, Abfüllhalle, Flaschenlager, Verkaufslager und Verkostungsraum entstanden. Wichtig für uns war es, die Betriebsabläufe in der Produktion zu optimieren. Wo früher fünf oder sechs Arbeitsschritte nötig waren, wurde reduziert ohne die Qualität zu schmälern, ganz im Gegenteil! Der neue Keller und das neue Betriebsgebäude waren wesentliche Schritte, noch besser und präziser arbeiten zu können“.
Der Gedanke dahinter? „Ganz ehrlich, wir wollten ohne viel Firlefanz unser Weingut errichten, um eben äußerst professionell und qualitätsorientiert arbeiten zu können – und es ist genauso geworden, dass man mit viel Freude Tag für Tag seine Arbeit genießen kann“!


Modernes Weingut der heutigen Zeit für die nächsten Jahre? „Wir pflegen zu sagen, Weingüter entstehen nicht von heute auf morgen, meine Eltern Anni und Karl haben in die Betriebsausstattung sehr gut und viel investiert – das ist auch das Wichtigste und der Grundstein für die hohe Weinqualität. Für das bauliche war wichtig, dass es ganz einfach passiert. Es ist wichtig, dass sich auch die junge Generation verwirklichen kann und es braucht einen Betrieb, der sich am Puls der Zeit bewegt“.
Das Herzstück für den Winzer ist die Traubenverarbeitung – wenn die Trauben vom Weingarten kommen und die Vinivizierung beginnt, erklärt die charmante Winzerin.
„Das Herzstück für den Weinliebhaber ist der Verkostungsraum – wir wollten eine Bühne für unsere Weine schaffen, einen Raum des Wohlfühlens, wo der Wein im Mittelpunkt steht“ erklärt Simone, sichtlich stolz – das ist in beeindruckender Manier bestens gelungen.


Die Anforderungen dieses Neubauprojektes waren eindeutig und genau definiert, mit Architekt Mag. Thomas Tauber verwirklich und Formvollendet umgesetzt.
Auf die Frage nach der Zukunft der nächste etwa 10 Jahre meinte Simone voller Zuversicht, „wir werden uns in keinem Fall zurücklehnen, jedes Jahr stellt uns die Natur vor neue Herausforderungen und es ist eine Selbstverständlichkeit diese anzunehmen und mit vollem Elan diese zu meistern. Wir sehen uns heute als aufstrebender, qualitätsorientierter Betrieb mit dem Motto – der Weg ist das Ziel“!


Zum Abschluss haben dann die Weine das Wort übernommen, und sie haben eine eindeutige Sprache gewählt – die der Qualität!
Ob es nun der junge, frische Weinviertel DAC 2012 „Ried Holzpoint“ war, oder der trinkfreudige, duftige Grüne Veltliner 2012 „Simone 1 Wine & Queen“, der animierende Riesling 2012 „Ried Wehrleiten“ oder der kraftvolle, delikate Chardonnay 2012 „Ried Haid“. Von prächtiger Statur mit Körper und Kraft kam der Grüne Veltliner 2011 „Reserve“ daher.
Nicht weniger Interessant die Rotweine. Der Cuvée 1858 „Memories & Generations“ 2011 aus Zweigelt, Blauburger und St. Laurent überzeugte mit schwarzer Farbe, Dichte und Länge, der Zweigelt 2011 „Ried Haselparz“ mit typischer, konzentrierter Weichselnase, der Merlot Granata 2010 „Ried Bruckweingärten“ überraschte mit Fruchtwürze und Harmonie, der gaumenfreundliche St. Laurent 2011 „Ried Satzen“ zeigte Extrakte und weiche Tannine, der Zweigelt „Rubin“ 2010 Reserve ist ein ausgewogener Wein mit allen Vorzügen dieser Rebsorte.


Die dazu gereichten „Zweigelt-Rubin-Pralinen“, eine hauseigene Spezialität, muss man probiert haben, sie verwöhnen nicht nur den Gaumen, sie öffnen auch das Herz – für den Genuss, für die Winzerin, für die Familie Jordan und natürlich für den Wein.


Quelle: http://www.vorarlbergisst.at/aktuell/wein/der-neue-jordan


Ausstellerdatenblatt